Weithin sichtbar sowie hörbar und ziemlich international ist das Silvesterfeuerwerk. Das farbenfrohe Spektakel am Nachthimmel begrüßt heutzutage vor allem das neue Jahr. Früher sollten mit Feuerwerken, Kanonenschüssen, Rasseln und Schellen böse Geister und Dämonen vertrieben werden, die den Menschen womöglich das Glück im kommenden Jahr hätten nehmen können.

Wäsche wurde am Silvestertag kaum gewaschen. Denn das Trocknen an der aufgespannten Wäscheleine hätte schließlich zur Folge haben können, dass sich die Geisterheere Wotans, die zur Jahreswende verstärkt durch die Lüfte zogen, in den Leinen verfingen und den Zorn des altgermanischen Hauptgottes auf den reinlichen Hauswirtschafter gezogen hätten.

Geldsegen im neuen Jahr ließ und lässt sich nach landläufiger Meinung besonders gut erlangen, wenn man zu Silvester Linsensuppe verspeist. Die zahlreichen Linsen stehen für zukünftige Münzen in der eigenen Tasche.

Geflügelgerichte, vor allem Gans, sollten sich zu Silvester jedoch besser nicht auf dem Teller befinden. Denn das Glück fürs kommende Jahr kann mit dem Geflügel nur allzu leicht entfliegen.

Sämtliche gängigen oder halb vergessenen Silvesterbräuche scheinen ein und demselben Ziel zu dienen: dem Erlangen und Halten von Glück und Wohlstand im neuen Jahr. Ihr Fortbestand bis heute zeigt, dass wir aufgeklärten, mobilen und modernen Menschen den Glauben an Schicksal und Zauberei doch noch nicht ganz aufgegeben haben.

Übrigens: „Prosit“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „Es möge nützen!“. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen einen guten Rutsch!