Der ursprünglich vorchristliche Brauch diente vor allem dazu, die Wintergeister vor dem nahenden Frühling zu vertreiben und so den ungehinderten Einzug der warmen und fruchtbaren Jahreszeit zu begünstigen. Der süddeutsche Fasching hat mit seinen Maskenumzügen noch viele Inhalte dieses alten Rituals erhalten.


Im Christentum markierten die Karnevalstage dann die Zeit unmittelbar vor der Fastenzeit, also den sechs Wochen vor Ostern. Um den Einstieg in die Phase des Verzichts und der Besinnung zu erleichtern, durfte man noch einmal für wenige Tage so richtig über die Stränge schlagen.


Die Entwicklung der Kölner Karnevalsgesellschaften mit ihrer auf ironische Weise militärischen Anmutung stammt aus der Zeit der preußischen Besatzung der Stadt. Die Bevölkerung nutzte die Karnevalszeit, um sich über die starren Regeln und das autoritäre Auftreten der ungeliebten Regierung lustig zu machen. Die Gründung von Karnevalskorps mit bunten Uniformen und übertriebenem Exerzieren hielt den strengen Besatzern den jecken Spiegel vor.


All das ist heutzutage – glücklicherweise – in den Hintergrund gerückt. Das Feiern steht im Mittelpunkt. Zahlreiche Karnevalsgruppen arbeiten oft monatelang in liebevoller Kleinarbeit an aufwendigen Wagen und Kostümen für die Teilnahme an Karnevalsumzügen in der Region. Von Weiberfastnacht bis Veilchendienstag heißt es dann: Raus auf die Straße und rein ins Vergnügen.


Wir wünschen allen Jecken eine unbeschwerte und fröhliche jecke Zick!