obstbaumschnittSobald das Thermometer über 5 Grad Celsius klettert, kann Kern-, Stein- und Beerenobst geschnitten werden. Zwischen Januar und Mitte März ist der optimale Zeitpunkt, da sich die Bäume noch in der Winterruhe befinden und kein Laub tragen. Der Kirschbaum hingegen wird zur oder nach der Ernte im Sommer zurückgeschnitten. Auch Jungbäume und Spalierobst sollten ihren Baumschnitt zwischen Juli und Mitte August erhalten.
Der Schnittexperte unterscheidet zwischen verschiedenen Schnitttechniken: dem Pflanzschnitt, dem Erziehungsschnitt, dem Instandhaltungsschnitt und dem Verjüngungsschnitt. Bäume, die nie beschnitten werden, haben in der Regel bald geringe oder keine Erträge mehr.

Vorteile des Obstbaumschnittes
Obstbäume, die regelmäßig geschnitten werden, entwickeln ein stabiles Astwerk, das starkem Fruchtbehang und Schneegewicht standhält. Bei sachgemäßem Schnitt wird nicht nur der Ertrag und die Qualität gesteigert, sondern auch der Erntebeginn früher einsetzen, da die Früchte optimale Lichtverhältnisse erhalten. Zusätzlich verhindert das Auslichten der Krone Pilzinfektionen, da die Sonne ungehindert Regengüsse trocknen kann.

Weitere Vorteile eines regelmäßigen Baumschnitts sind geringe Ernteschwankungen, leistungsfähigere Bäume und eine erleichterte Ernte. Eine Schnittregel besagt, dass ein starker Rückschnitt immer einen starken Austrieb zur Folge hat. Das gilt jedoch nur, wenn der Baum gleichmäßig stark zurückgeschnitten wurde. Unmittelbar nach einem sehr starken Eingriff geht der Ertrag kurzfristig zurück.

Werkzeuge und Materialien
::    Gartenschere für Zweige bis ca. 1,5 cm Durchmesser
::    Astschere für dickere Zweige
::    Bügelsäge für Äste
::    Stichsäge für schwer zugängliche Äste
::    Drahtbürste zum Entfernen von Flechten und Moosen sowie Eiern von Schädlingen
::    Gartenhippe zum Entfernen von Krebswunden und dünnen Zweigen
::    Wundverschlussmittel oder Wachs, Pinsel und Spachtel zum Auftragen


Tipps zum Schnitt
Es ist sinnvoll, sich die Obstbäume erst einmal von einem Experten in Form bringen zu lassen, um dann die weitere Pflege selbst zu übernehmen. Vor dem ersten eigenen Baumschnitt sollte man sich die richtige Technik in einem Kurs zeigen lassen oder entsprechende Literatur lesen.

Zum Schneiden sollten nur hochwertige und vor allem scharfe Geräte eingesetzt werden. Stumpfe Scheren und Sägen führen zu unsauberen Schnittkanten, die es Krankheitserregern erleichtern, sich einzunisten. Generell sollte beim Obstbaumschnitt darauf geachtet werden, dass keine Stümpfe stehen gelassen werden, da sich an dieser Stelle immer Neutriebe bilden. Jede Schnittstelle bedeutet für den Baum eine Wunde. Daher sollten immer ganze Astpartien entfernt werden. Damit durch die Wunde am Baum keine Krankheiten oder Infektionen eindringen können, sollte diese mit Wachs oder speziellem Wundverschlussmittel versiegelt werden.

Kranke und abgestorbene Triebteile auf jeden Fall abschneiden. Nach innen wachsende Zweige sollten im Ansatz gekappt werden, da sie kaum Blüten ausbilden und andere Zweige des Baumes beim Wachstum behindern. Parallel wachsende Äste oder Zweige konkurrieren um Licht und Platz. Daher sollte einer der beiden Triebe abgeschnitten werden. Sobald sich ein Ast gabelt, sollte einer der beiden Zweige entfernt werden, da sich in Astgabeln Regenwasser sammelt, welches zu Fäulnis führen kann. Auch Äste, die einen unnormalen Wuchs zeigen, sollten vollständig entfernt werden. Überkreuzen sich zwei Äste, sollte auch hier einer entfernt werden.